Schon in den letzten beiden Tagen habe ich gemerkt, dass ich immer das Verlangen hatte, länger zu sitzen und zu meditieren. Dies habe ich dann gestern, gemeinsam mit Steffen, getan und zwar volle 45 Minuten. Ich hatte zuvor immer Respekt vor einer längeren Sitzung. Warum, weiß ich eigentlich gar nicht. Denn sitzt man einmal und versenkt sich, ist die Zeit nicht mehr existent, denn man ist voll und ganz im Jetzt. Erst der Gong meiner Meditationsapp, der alle 15 Minuten erklang, erinnerte mich an die Zeit. Es war ein sehr intensives Erlebnis und sicher nicht meine letzte, lange Sitzung.
Dieser Blog soll allen als Einführung dienen, die sich für Buddhismus interessieren, die erfahren möchten, wie man damit Probleme des alltäglichen Lebens löst und wie es mir, als ehemaliger Katholik, auf meinem neuen Weg von Anfang an geht, was ich erlebe, was sich verändert. Ich habe noch wenig Erfahrung mit dem Buddhismus aber so wird es vielen gehen, die von einer anderen Glaubensrichtung abkommen und sich im Buddhismus wiederfinden. Gerne lese ich Eure Kommentare und Anregungen.
Dienstag, 5. Januar 2016
Samstag, 2. Januar 2016
Meditationstagebuch Tag 5 & 6
Nachdem ich am Abend des 4. Meditationstages es leider nicht geschafft hatte, zu meditieren, da wir Besuch bekommen hatten, fand ich interessant, dass ich am nächsten Tag tatsächlich leichte Widerstände gegen das morgendliche Meditieren spürte. Ich denke, diese Widerstände werden immer größer, je länger man nicht meditiert. Ich kann mir allerdings nicht erklären, wieso unser Geist so arbeitet. Es ist fast so, als sei der Geist tatsächlich ein Individuum, das um seine Existenz fürchtet, wenn man meditiert. Die abendliche Meditation verlief dann wie die Tage zuvor ohne jegliche Wiederstände. Auch am 5. Tag war alles routiniert.
Ich spüre, wie ich mittlerweile fast dauerhaft in der Beobachtung meiner Gedanken bin und damit sehr achtsam. Ich stelle sofort fest wenn meine typischen Gedankenmuster auftreten, die zum Beispiel in vielen Situation zu Streit und Diskussionen führen könnten. Ich bin deutlich gelassener und habe mein Ego gut im Griff. Denn gerade im Zusammenleben mit der Familie führt das Ego gerne zu Streitigkeiten. Menschen, die nicht achtsam sind, was vermutlich bei 95% unserer Gesellschaft zutrifft, werden bei gewissen Auslösern (Triggern) vom Egoverstand übernommen und handeln danach. Dann geht es ausschließlich darum, koste es was es wolle, seinen Standpunkt durchzusetzen und wenn einem die Argumente ausgehen, dann wird es zum meist verletzend. Ich habe früher auch so gehandelt, keine Frage. Umso erstaunlicher ist es, wenn man in der Lage ist, den eigenen Geist in Auslösersituationen zu beobachten.
Was ist eine Auslösersituation?
Als Frau kann man sich z.B. sehr gut diese Situation vor Augen führen: Stellt Euch vor, Ihr kauft Euch eine neue Hose. Die Feiertage sind gerade vorbei aber der Knopf geht trotzdem gerade noch so zu. Es ist schon ein wenig eng aber der Stolz lässt es nicht zu, die Hose eine Nummer größer zu kaufen. Wer hier achtsam ist, würde ohnehin bereits sein Ego beobachten und direkt zur Nummer größer greifen :-) Aber egal. Zu Hause angekommen, zeigt Ihr Eurem Partner die neue Hose. Er sagt: Ist die nicht ein wenig eng? In dieser Situation läuft das Ego zur Höchstform auf, alle verbalen Waffen, von eloquenten Antworten bis hin zu Attacken der Kategorie „unterste Schublade“, werden scharf gestellt. Euer Geist heizt nochmal richtig die Stimmung auf, indem er Euch Gedanken wie „ach, bin ich jetzt zu fett oder was?“ durch den Kopf schießen lässt. Am Ende des darauf fetzigen Streits habt Ihr, Eurer Meinung nach, knapp gesiegt. Die Stimmung ist im Eimer, der Mann sauer auf der Couch und Ihr selbst müsst aus der Hose raus, denn die schnürt Euch grad das Blut ab und die Beine werden langsam taub ;-)
Ein achtsamer Mensch beobachtet sich, spürt, wie das Ego gerade hochfahren möchte und hört sich dann sagen: Ja, ist ein wenig eng, habe die Hoffnung, dass die aber in Kürze wieder passt. Werde jetzt ein wenig auf die Ernährung achten und wieder Sport machen. Vielleicht tausche ich sie aber auch um, mein Stolz hat mich nicht zur nächsten Größe greifen lassen. Das ist nun zu einem Streit kommt, ist ausgeschlossen.
Aber auch als Mann gibt es genug Trigger, die sofort in Angriffsstellung gehen lassen z.B. wenn man sich mal wieder etwas leistet, dass eigentlich das Budget sprengt aber unbedingt gekauft werden muss. War nur noch 3 Tage im Angebot und da musste man ja zugreifen. Zu Hause fragt die Frau: Musste das jetzt wieder sein? Hier folgt dann auch die volle Breitseite. Wenn man achtsam ist, hätte man vermutlich gesagt: Ja, habe mich dazu hinreißen lassen, ich habe aber noch viele Dinge, die ich verkaufen möchte, dann kommt das wieder rein.
Je nachdem durchläuft man täglich mehrere Auslösersituationen. Durch die Beobachtung des Geistes ist man jedoch in der Lage, anders damit umzugehen. Das gelingt niemandem immer aber je mehr man meditiert, je öfter kommt es gar nicht erst zum Streit. Es muss auch nicht zwangsläufig zu Auseinandersetzungen kommen. Manchmal fühlt man sich einfach nur schlecht und schleppt dies einige Tage mit sich rum. Ich habe solche Triggermomente bei mir wirklich extrem beobachtet und streite mich tatsächlich nur noch sehr selten mit meiner Frau oder wenn es mal Streit gibt, ist dieser aber schnell beigelegt. Auch andere Situationen, die mich vielleicht verletzen würden, haben meist keine Chance sich einzunisten.
Freitag, 1. Januar 2016
Ein Sylverster macht noch keinen neuen Menschen ...
Ich hatte gestern ein sehr entspanntes Sylvester. Vielleicht geht es nur mir so aber Sylvester durchläuft ja eine gewisse Zwangsroutine. Jedes Jahr „muss“ man am 31.12. in Feierlaune sein, denn schließlich beginnt Schlag 12 das neue Jahr und man hat sich ja so vieles vorgenommen. All das, was im Vorjahr schlecht war, wird nun ganz sicher viel besser werden. Jetzt wird abgenommen, mit dem Rauchen aufgehört, ein neuer Job besorgt, man wird nun zielstrebiger, durchsetzungsstärker, man lässt nicht mehr alles mit sich machen und neue Ziele ob beruflich oder privat werden mit größtem Optimismus festgelegt.
Ich habe das nicht getan! Ich habe gestern auch nicht gefeiert, einfach weil mir nach feiern nicht zu Mute war. Nicht weil ich schlecht drauf, krank oder ähnliches war. Einfach nur, weil ich es kann. Für viele ist das tatsächlich undenkbar, denn man MUSS doch feiern, es ist doch schließlich Sylvester! Ich selbst hab dies jahrelang gemacht und auch immer kräftig geböllert. Auch ich hatte mir in der Vergangenheit immer neue Vorsätze für das neue Jahr gefasst. Aber das mache ich schon lange nicht mehr. Denn meine Veränderung findet täglich statt, durch meine Achtsamkeit und meine Meditation kenn ich meine Ängste und Sorgen aber die werden stetig weniger. Ich benötige kein Neujahr um alles anders zu machen. Ich versuche im Jetzt zu leben und da gibt es täglich genug zu tun, warum sollte ich damit warten, bis zum neuen Jahr?
Für viele wird auch das neue Jahr eine Enttäuschung, denn auch um 0 Uhr ist man noch der selbe Mensch, der man vorher war. Es findet keine automatische Selbstreinigung statt, die jeden Menschen neue einnordet und auf Kurs bringt. Wer nicht lernt, in sich hineinzuspüren und sich selbst seinen Sorgen, Ängsten und Nöten stellt, der packt auch im neuen Jahr eher noch ein paar hinzu als das er tatsächlich welche ablegt. Ich kenne mich und weiß, wie es in mir aussieht, wie achtsam ich bin und an was ich noch arbeiten muss aber ich weiss auch, wieviele abgekapselte Ängste und Sorgen ich bereits abgelegt habe und das weit vor und weit nach Neujahr. Wenn ich mir etwas wünschen könnte, dann für alle ein bißchen mehr „Jetzt“ und viel weniger „Morgen“ und „Gestern“.
Donnerstag, 31. Dezember 2015
Meditationstagebuch Tag 4
Heute hat mein Tag mit einer 30 minütigen Meditation mit Steffen begonnen. Ich war zunächst etwas schwieriger reingekommen, dann war ich jedoch sehr tief drin und habe das Gefühl für die Zeit komplett verloren. Die Minuten vergingen rasend schnell. Steffen fand die Idee meines kleinen Meditationsexperiments sehr gut und wollte sich anschließen und eventuell auch darüber berichten. Er hatte durch verschiedene Dinge auch den Kopf voll mit Gedanken, ist aber nicht dazu gekommen zu meditieren. Da kam ihm unsere gemeinsame Meditation sehr recht.
Ich stelle jetzt schon fest, dass das zweifache Meditieren sich sehr gut auf meinen Geist auswirkt. Morgens reinigt man bereits seine Gedankenwelt und startet frisch in Tag und abends kann man die am Tag angehäuften Gedanken recht schnell leeren. Man fühlt sich insgesamt gestärkt.
Mittwoch, 30. Dezember 2015
Meditationstagebuch Tag 3
Ich merke, wie ich täglich ruhiger werde. Die Gelassenheit kehrt zurück. Das ist bei mir ein typisches Zeichen, dass sich das Meditieren auf mich auswirkt. Ich war in diesem Zustand schon einmal, als ich vor ein paar Jahren, in der Anfangszeit des Blogs, ebenfalls täglich meditierte. Ich war neugierig, ob sich dieser Zustand wiedereinstellt und das tut er. Ich glaube, die Gelassenheit kommt daher, dass ich meinen Kopf nun kaum noch mit Gedanken überfüllt habe. Ich habe dadurch eine ungetrübte Sicht auf Situationen, in denen ich zum Beispiel eine Entscheidung treffen muss. Dadurch fallen mir diese erstaunlich leicht. Auch Auslöser, die mich sonst in ein kreischendes Gedankenkarussell gerissen hätten, zerschellen an meinem klaren Geist. Mein Zucken am Augenlied ist nahezu verschwunden. Es ist beachtlich, was sich schon nach 3 Tagen tut. Morgen meditiere ich gemeinsam mit Steffen. Bin gespannt, was er zu meinem Selbstversuch sagt :-)
Dienstag, 29. Dezember 2015
Meditationstagebuch Tag 2
An meinem 2. Tag habe ich mit meiner Morgenmeditation direkt nach dem Aufstehen begonnen. Das war sehr interessant, da ich fast keinerlei Gedanken hatte. So verlief die Meditation ruhig und angenehm. Mein Augenzucken hat seit dem Vortag um ca. 80% abgenommen, ist nur noch ganz selten wahrnehmbar.
Die abendliche Mediation ist geprägt von belastenden Gedanken familiärer Art. Emotionen die ich spüre sind Enttäuschung, Trotz, Schuldgefühle. Ich versuche die Empfindungen im Körper zu lokalisieren, vermag dies aber nicht. Nach 15 Minuten beende die Meditation. Es war sehr anstrengend.
Montag, 28. Dezember 2015
Meditationstagebuch Tag 1
Gestern ist also mein kleines Experiment gestartet. 14 Tage lang werde ich zwei Mal am Tag, jeweils mindestens 15 Minuten, meditieren. Hört sich nach nicht viel an, ist aber eine ganze Menge und ich bin mir sicher, ich werde an meinem Verhalten sicher Veränderungen beobachten.
Ich habe kein Ziel wenn ich mich hinsetze. Es gibt bei einer Meditation kein Ziel, denn es gibt nichts zu erreichen. Man beobachtet sich und seine Gedanken und der Rest ergibt sich. Ein aktuell ständiger Begleiter ist bei mir immer noch die Angst vor schlimmen Krankheiten und dem daraus resultierenden Konsequenzen. So wie auch vor 3 Jahren, als ich Angst hatte, Kehlkopfkrebs zu haben. Nachzulesen in meinem letzten Beitrag. Nur ist die Angst aktuell nichtmal annähernd so ausgeprägt und keineswegs ständig präsent. Dafür bin ich selbst zu achtsam und in ständiger Beobachtung meiner Gedanken. Aktuell zuckt seit Wochen mein linkes Augenlied. Für andere nicht wahrnehmbar aber für mich einfach nur störend. Ich vermute es liegt am Stress den ich als Selbständiger habe. Trotz meiner Achtsamkeit falle ich immer wieder in das alte Muster der Angst, dass dies natürlich auch ein Indikator für Schlimmeres sein könnte. Da ich die Gedanken, sobald sie kommen, bewußt wahrnehme, können diese sich nicht dauerhaft einnisten und bestimmen keinesfalls meinen Tag. Dennoch sind sie da und so auch bei meiner ersten Meditation am Vormittag. Als die Gedanken kamen, habe ich in mich hineingespürt und habe der Angst erlaubt, sich auszubreiten. Ich wollte feststellen, ob sich dieses Gefühl an einem bestimmten Punkt in meinem Körper manifestiert. Wenn man viel meditiert und dabei Meditationsübungen durchführt, bei denen man sich auf bestimmte Punkte konzentrieren muss z.B. das Steißbeinwirbelchen, die Sitzhöcker etc. ist man mit der Zeit in der Lage, mit der Achtsamkeit an nahezu jeden belieben Punkt im Körper zu gelangen und hineinzuspüren. Als jemand mit wenig Meditationserfahrung ist es sicher schwer nachzuvollziehen, was ich genau meine wenn ich davon spreche, dass abgekapselte Gefühle sich an bestimmten Punkten im Körper festsetzen. Man muss dies einmal selbst erlebt haben um es nachvollziehen zu können. Ich spürte deutlich das meine Angst, wobei ich dies während der Meditation gar nicht als Angst wahrgenommen habe, an einem Punkt unterhalb des linken Schlüsselbeines saß. Ich wanderte mit meinem Finger genau zu dem Punkt, wo ich das Gefühlt spürte und drückte die Fingerspitze hinein. Es klingt irre aber exakt an dieser Stelle löste mein Finger einen stechenden Schmerz aus. Ich finde dies vor allen Dingen deshalb interessant, weil ich diese Verspannung im normalen Alltag überhaupt nicht bemerkt hatte. Umso erstaunter war ich, als ich mit dem Finger Druck ausübte und mir vor Schmerz ein „Au“ über die Lippen kam. Ich massierte ein wenig diese Stelle während ich mit meiner Achtsamkeit und meinem Atem dort verweilte. Nach der Meditation fühlte ich an der gegenüberliegenden Seite, ob sich am rechten Schlüsselbein ebenfalls ein solcher Schmerzpunkt befand. Dann wäre es vielleicht doch nur einen beidseitige Verspannung. Aber dem war nicht so.
Meine Meditation am Abend verlief ruhig und ereignislos. Der schmerzhafte Punkt war verschwunden.
Sonntag, 27. Dezember 2015
Eine Menge Nachholbedarf :-)
Ihr seid der Grund, wieso ich heute diese Zeilen schreibe. Mein Blog wird immer noch täglich von so vielen Menschen besucht die vermutlich, so wie ich damals, an einem Scheideweg stehen und doch sind so einige Fragen hier im Blog unbeantwortet geblieben, da mir leider die Zeit fehlt, regelmäßig zu schreiben. Da aber mittlerweile bereits über 16.000 Leute diesen Blog besucht haben, möchte ich zumindest versuchen, regelmäßig weiter zu berichten auch wenn vielleicht zwischen den einzelnen Beiträgen viel Zeit liegt.
Seit gut zwei Jahren habe ich nichts mehr geschrieben aber wie auch schon bei meinem letzten Beitrag erwähnt, bin ich nicht von meinem Weg abgewichen. Ganz im Gegenteil. Ich habe viele wertvolle Erfahrungen gesammelt, ja teils Erleuchtungen erlangt, die mein Leben stark beeinflußt haben. Sicherlich war der Buddhismus für mich zu Anfang eine Art Ersatzglaube, den ich vermutlich gebraucht hatte, um ein besseres Gefühl nach dem Lossagen von meinem "alten Glauben" zu bekommen. Mittlerweile bin ich überzeugt, dass man weder den einen noch den anderen benötigt, sondern nur das "Hier und Jetzt". Ich denke, es ist für viele schwierig zu akzeptieren, dass da eventuell gar nichts ist, an das man glauben kann. Und wenn einem das klar wird, tritt nicht selten das Gefühl des "Verlassenseins" auf. Es ist manchmal tröstlich ein Gebet gen Himmel zu senden und zu hoffen, dass sich manche Dinge so zum Guten wenden. Aber die Kraft, Dinge zu verändern, liegt in jedem selbst und nicht im Universum oder sonst wo. Allerdings helfen einem die Lehren Buddhas durchaus auf dem Weg ins Hier und Jetzt.
Vor knapp 3 Jahren lernte ich Steffen, meinen heutigen Mentor in Sachen Meditation, kennen. Er selbst meditiert schon seit über 20 Jahren und das Erste, das ich lernte war, dass Meditation im Regelfall keine Entspannung, sondern harte Arbeit ist. In der Sangha in Waldbröl blieb einfach vieles ungeklärt. Man setzte sich ohne Anleitung hin und meditierte. Gar nicht mal so ungefährlich wenn man eventuell plötzlich mit den Abgründen in einem selbst konfrontiert wird und dies gar nicht einzuschätzen vermag. Ich selbst hatte ein solches Erlebnis vor drei Jahren, kurz vor der Geburt meines Sohnes. Allerdings nicht in der Sangha und es war zum Glück eine positive Erfahrung. Für mich im Nachhinein betrachtet, würde ich von meiner ersten Erleuchtung sprechen. Ich hatte zuvor sicher ein Jahr gar nicht meditiert. Ich stand unter Stress und hatte zudem seit bestimmt 12 Wochen ein seltsames Kratzen im Hals, dass mich immer zum Husten brachte. Mein Geist hatte mir mittlerweile klar gemacht, dass dies sicher Kehlkopfkrebs sein könnte, zumal mich der Arzt zur Kehlkopfspiegelung überwies, die ich mich aber nicht traute durchzuführen. Das Ganze ging soweit, dass ich kaum noch klar denken konnte und meine Frau schon als alleinerziehende Mutter sah. Mein Geist spielte mir seit Monaten die schlimmsten Horrorszenarien vor. Trotzdem kam mir seltsamerweise nie der Gedanke, mich einfach einmal hinzusetzen und zu meditieren. Erst als ich fast schon vor dem völligen Zusammenbruch stand, setzte ich mich zum Meditieren hin. Es fiel mir interessanterweise nicht schwer mich zu versenken. Ich spürte meinen Atem und lies den Geist verstummen. Ein plötzliches Gefühl absoluter Klarheit lies alle Dämme brechen. Wie wenn man lange unter Wasser den Atem anhält und einem dann langsam die Luft ausgeht. Der Moment, in dem man durch das Wasser an die Luft stößt und mit einem tiefen, seufzenden Atemzug die Lunge füllt, so fühlte sich der plötzlich klarwerdende Geist an. Ein tiefe Erkenntnis, dass alles in vollkommener Ordnung ist, schwemmte die über Monate angehäufte Suppe an negativer Energie und düsteren Gedanken aus meinem Geist. Ich hörte eine Stimme in meinem Kopf, die sagte:"Ich war immer hier." Sie klang liebevoll tadelnd, wie ein Freund der mir sagen wollte, dass seine Hilfe stets nahe gewesen ist, ich hätte nur nach ihr greifen müssen. Zum damaligen Zeitpunkt war ich mir sicher, dass Buddha persönlich zu mir gesprochen hat :-) Heute ist mir klar, dass dies ein Versuch meines Geistes war, irgendwie die Situation einzuordnen und zu bewerten. Letztendlich war ich nur ins "Hier und Jetzt" zurückgekehrt. Mich überkam ein solches Glücksgefühl, dass ich in Tränen ausbrach. Keine Tränen der Trauer, sondern einer tiefen Erlösung. Als ich meiner Frau gegenübertrat, immer noch vollkommen aufgelöst, war diese natürlich erst einmal in Sorge. Ich erklärte ihr dann schnell, was gerade passiert war auch wenn ich selbst dafür kaum Worte finden konnte. Binnen weniger Tage nach diesem Erlebnis war mein Husten vollkommen verschwunden. Es ist unglaublich, wieviel Macht der Geist über den Körper hat.
Unser Geist beginnt uns etwa ab der Pubertät zu beeinflussen, vermutlich sogar etwas eher. Wenn man sich an die Kindheit erinnert, so ist die im Normalfall sehr unbeschwert. Wir haben noch nicht angefangen alles und jeden zu bewerten. Unsere Gefühle sind meist ehrlich und klar. Man kann sich selbst das Gefühl dieser Unbeschwertheit vor Augen führen wenn man sich daran erinnert, wie man sich Weihnachten als Kind gefühlt hat. Im Regelfall haben die meisten Menschen daran sehr positive Erinnerungen, weil man zu diesem Zeitpunkt noch nichts hinterfragt oder großartig bewertet hat. Das Christkind brachte auf wundersame Weise Geschenke und der geschmückte Weihnachtsbaum lies uns staunend davor stehen. Wir alle waren fast kontinuierlich im Hier und Jetzt. Als Kind machte man sich keine Gedanken um die Zukunft oder haderte mit Entscheidungen aus der Vergangenheit. Aber je älter wir werden, je mehr negative Erfahrungen wir machen, je mehr Druck z.B. durch unsere Arbeit auf uns lastet, desto mehr beginnen wir negative Erlebnisse abzukapseln. Es ist ein natürlicher Prozess denn sonst könnten wir vermutlich gar nicht weiterleben, wenn all unsere unaufgearbeiteten, negativen Erlebnisse uns allgegenwärtig wären. Aber das Abkapseln schließt die schmerzhaften Dinge nur weg, es löst sie nicht auf und so werden wir immer wieder mit ihnen, durch bestimmte Auslöser, konfrontiert. Wenn wir vielleicht in der Jungend in der Schule an die Tafel mussten und dort, unter dröhnendem Gelächter der Mitschüler, kläglich versagten, so kann uns dies auch noch als Erwachsener einholen wenn uns vielleicht plötzlich der Chef darum bittet nach vorne zu treten und vor der versammelten Mitarbeiterschaft, etwas zu erklären. Auch wenn wir uns unserer Sache eigentlich sicher sind, könnten wir in einer solchen Situation versagen, weil uns unser Geist, mit größtem Genuss, sofort die Horrorszenarien des Scheiterns vorspielt. Ich habe einmal ganz drastisch gesagt: Der Geist ist zu 90% Arsch! :-)
Natürlich übernimmt unser Geist eine wichtige Funktion in dem er uns vor Gefahren warnt, sonst würden wir wohl alle laufend auf heiße Herdplatten fassen oder vor ein Auto laufen, würden dem Chef unkontrolliert erklären, was er doch für ein Blödmann ist und vermutlich der Schwiegermutter offenbaren, dass man überhaupt kein Bock auf den gemeinsamen Urlaub hat. Aber unser Geist schützt uns eben nicht nur vor offensichtlichen Dingen, die man besser nicht tun oder unausgesprochen lassen sollte. Er hat auch eine immense Kraft uns zu zermürben, in dem er z.B. unsere Selbstzweifel mit tollen Bildern des Scheiterns garniert. Er übernimmt uns teils komplett, so dass wir Tage, Monate oder gar Jahre wie Zombies durch die Welt wandeln, ohne auch nur eine Minute tatsächlich gelebt zu haben. Während wir so vor uns hin torkelten und kaum andere Dinge wahrnahmen, hat vielleicht unser Kind das erste Mal Papa oder Mama gesagt, sind uns tolle Sonnenuntergänge entgangen, wurden die Sorgen eines geliebten Menschen nicht bemerkt, der sich plötzlich von uns abwendet, haben wir Gelegenheiten verpasst, Freundschaften zu schließen, ist unser Kind in die Schule gekommen, wo es doch gerade noch im Kindergarten war und noch vieles mehr. Das Leben zieht vorüber, während wir mit unseren Gedanken in der Vergangenheit oder der Zukunft festhängen. Dabei gibt es gar keine Vergangenheit oder eine Zukunft. Beides entsteht lediglich im Kopf als Projektion, auf die wir keinen oder nur bedingt Einfluß haben. An der Vergangenheit können wir definitiv rein gar nichts ändern. Einfluß haben wir nur auf das Jetzt. Aber wenn wir unseren Geist nicht beobachten, trägt er uns immer in die Zukunft oder in die Vergangenheit.
Deshalb ist eine Meditation wichtig. Sie fokussiert uns auf den aktuellen Moment und leert den Geist. Aber dies ist schwieriger, als man sich das vorstellen kann. Jeder, der noch nie meditiert hat, kann dies einfach selbst ausprobieren. Einfach versuchen sich 10 Minuten ruhig hinzusetzen, ohne das ein Gedanke die Meditation stört. Das schafft vermutlich nicht einmal der erfahrenste Mönch. Aber zumindest schafft man es mit stetiger Übung teilweise und schon dies reicht, um wieder Kraft zu schöpfen.
Ich möchte es in diesem Beitrag auch nicht komplett ausufern lassen, denn ich habe bereits sehr viel geschrieben. Ich starte gerade ein eigenes, kleines Experiment. Ich meditiere aktuell vielleicht 1x die Woche. Ich möchte nun 14 Tage zwei mal täglich 15 Minuten meditieren und beobachten, wie ich mich in dieser Zeit verändere. Hierüber werde ich ein Tagebuch auf dem Blog führen und Euch täglich berichten, was sich getan hat. Ich denke, dass dürfte ganz interessant werden. Der erste Bericht kommt dann morgen.
Also dann bis morgen!
Euer Marcus
Freitag, 8. November 2013
Keineswegs ab vom Weg
Auch wenn mein letzter Beitrag vom April 2013 ist, so bin ich doch keineswegs von meinem Weg abgekommen. Ich glaube, wer einmal den Weg des Buddhismus und vor allen Dingen den der Meditation einschlägt, wird immer wieder drauf zurückfinden, selbst wenn man ein paar Mal abbiegt :-)
Ich gehe nun seit einiger Zeit wieder regelmäßig in der Sangha des EIAB in Waldbröl meditieren. Ich dringe auf immer tiefere Ebenen der Meditation vor. Ich bin mittlerweile soweit, dass ich mir ein Meditationswochenende, bei dem von Freitag bis Sonntagmittag zudem geschwiegen wird, durchaus vorstellen kann. Ich will herausfinden, was in dieser völligen Stille mit mir passiert, möchte wissen, was hinter dem Schmerz des aufrechten Sitzens liegt, der bei mir meist schon nach 20 Minuten eintritt. Möchte mehr über mich selbst erfahren, spüren ob sich Dinge lösen, die ich vermutlich vollkommen unbewusst mit mir rumschleppe.
Ich werde berichten, wenn es soweit ist.
LG
Eurer Buddhy
Ich gehe nun seit einiger Zeit wieder regelmäßig in der Sangha des EIAB in Waldbröl meditieren. Ich dringe auf immer tiefere Ebenen der Meditation vor. Ich bin mittlerweile soweit, dass ich mir ein Meditationswochenende, bei dem von Freitag bis Sonntagmittag zudem geschwiegen wird, durchaus vorstellen kann. Ich will herausfinden, was in dieser völligen Stille mit mir passiert, möchte wissen, was hinter dem Schmerz des aufrechten Sitzens liegt, der bei mir meist schon nach 20 Minuten eintritt. Möchte mehr über mich selbst erfahren, spüren ob sich Dinge lösen, die ich vermutlich vollkommen unbewusst mit mir rumschleppe.
Ich werde berichten, wenn es soweit ist.
LG
Eurer Buddhy
Donnerstag, 4. April 2013
Bin zum 3. Mal Papa geworden
Ich möchte mich erstmal für die Zuschriften und Kommentare bedanken! Das motiviert dann doch sehr, wenn man weiß, dass man hier nicht nur für sich selbst herumschreibt:-)
Aktuell wurde es ein wenig ruhig um mich, da ich seit knapp 3 Wochen wieder Papa bin. Meine Frau und ich haben uns nach 11 Jahren nochmal entschieden ein Kind zu bekommen und dies bedeutet schlaflose Nächte und wenig Zeit, bis sich alles mal einspielt.
Heute bekam ich folgende Mail:
"Hi
Kannst du mir etwas über das Sangha Leben schreiben
Bin jetzt seid einem Jahr Buddhistin......habe auch eine Sanga gefunden.....wo ich mich am Anfang auch sehr wohlgefühlt habe
jetzt fühle ich mich nicht mehr wohl.es kommt und geht jeder wie er meint....Termine werden nicht ernst genommen....Was kann ich machen um alle wieder zu Motivieren?Kannst du mir etwas darüber schreiben.....wie so eine Sanga Funktioniert?"
Kannst du mir etwas über das Sangha Leben schreiben
Bin jetzt seid einem Jahr Buddhistin......habe auch eine Sanga gefunden.....wo ich mich am Anfang auch sehr wohlgefühlt habe
jetzt fühle ich mich nicht mehr wohl.es kommt und geht jeder wie er meint....Termine werden nicht ernst genommen....Was kann ich machen um alle wieder zu Motivieren?Kannst du mir etwas darüber schreiben.....wie so eine Sanga Funktioniert?"
Ich kann Dir leider nicht sagen, wie es in anderen Sanghas ist. Ich denke, das hängt auch ein wenig von der buddhistischen Richtung ab, die dort praktiziert wird. Aber ich finde das Kommen und Gehen, wie es einem beliebt, doch gar nicht schlimm. In dem man alles unter "Pflicht" setzt, würde es dann ja schon wieder fast so ausarten wie in der Kirche: Du musst dies, du musst das ... Ist es nicht gerade das, was wir alle nicht möchten?
Bleib gelassen, freue Dich mit denen, die da sind. Auch in meiner Sangha ist es nicht anders. Wir sehen oft viele neue Gesichter, dafür sind dann ein paar Bekannte nicht da. Ich selbst war nun sicher schon einige Monate nicht mehr und praktiziere zu Hause. Vielleicht fehlt Dir da noch ein wenig der Leitfaden. Hast Du denn mit den anderen einmal gesprochen? Vielleicht kannst du ja den ein oder anderen dazu bewegen, sich auch außerhalb der Sangha zu treffen. Dann macht ihr eine Gehmeditation oder andere, schöne Dinge. Immer schön achtsam bleiben :-)
LG
Euer Buddhy
Mittwoch, 26. Dezember 2012
Großes Erstaunen :-)
Es ist tatsächlich über ein Jahr her, dass ich den letzten Beitrag verfasst habe. Der Buddhismus ist immer noch ein Teil meines Lebens aber den Blog habe ich irgendwie nicht weiterverfolgt. Das lag daran, dass ich nicht wirklich wusste, ob sich jemand dafür interessiert. Es gab zwar hin und wieder Kommentare auf meine Beiträge aber letztendlich doch recht wenige. Anfangs hat der Blog mir selbst geholfen, meine Eindrücke zu verarbeiten. Später habe ich gehofft anderen zu helfen, die vielleicht in ähnlichen Situationen steckten. Mir fehlt aber das Feedback, ob ich das wirklich mit dem Blog schaffe.
Nun habe ich zu meinem Erstaunen festgestellt, dass jeden Monat noch einige hundert Besucher sich meine Beiträge anschauen und sogar ein Kommentar "ob ich nun komplett inaktiv bin" wurde unter meinem letzten Beirag gepostet.
Nein, ich bin nicht inaktiv. Im Gegenteil, ich habe weitere, tiefe Erkenntnisse erlangt. Gerne teile ich diese mit Euch aber helft mir ein wenig, in dem Ihr vielleicht unter diesem Beitrag ein paar Kommentare abgebt, was Euch bewegt, über was ich eventuell schreiben soll, wie ich Euch helfen kann... Ich habe meinen Weg gefunden, ich brauche diesen Blog also nicht mehr, um meine Erlebnisse zu verarbeiten. Aber gerne helfe ich und schreibe weiter, wenn ich Euch damit helfen kann. Habt keine Angst zu schreiben oder davor, blöde Fragen zu stellen. Wenn ich merke, dass hier wirklich Interesse besteht, führe ich diesen Blog gerne fort. Kommentare, die ihr abgebt, werden erst nach Freischaltung öffentlich gestellt. Wenn ihr das nicht wollt, kein Problem, schreibt es in Euren Kommentar und ich veröffentliche diesen nicht.
Bis dahin
Euer Budhhy
Nun habe ich zu meinem Erstaunen festgestellt, dass jeden Monat noch einige hundert Besucher sich meine Beiträge anschauen und sogar ein Kommentar "ob ich nun komplett inaktiv bin" wurde unter meinem letzten Beirag gepostet.
Nein, ich bin nicht inaktiv. Im Gegenteil, ich habe weitere, tiefe Erkenntnisse erlangt. Gerne teile ich diese mit Euch aber helft mir ein wenig, in dem Ihr vielleicht unter diesem Beitrag ein paar Kommentare abgebt, was Euch bewegt, über was ich eventuell schreiben soll, wie ich Euch helfen kann... Ich habe meinen Weg gefunden, ich brauche diesen Blog also nicht mehr, um meine Erlebnisse zu verarbeiten. Aber gerne helfe ich und schreibe weiter, wenn ich Euch damit helfen kann. Habt keine Angst zu schreiben oder davor, blöde Fragen zu stellen. Wenn ich merke, dass hier wirklich Interesse besteht, führe ich diesen Blog gerne fort. Kommentare, die ihr abgebt, werden erst nach Freischaltung öffentlich gestellt. Wenn ihr das nicht wollt, kein Problem, schreibt es in Euren Kommentar und ich veröffentliche diesen nicht.
Bis dahin
Euer Budhhy
Mittwoch, 5. Oktober 2011
Schlimm, schlimm, schlimm
Über mehrere Monate habe ich nicht wirklich den Buddhismus praktiziert, vor allen Dingen nicht meditiert. Erst seit ein paar Tagen bin ich wieder regelmäßig dabei und die Erkenntnis stellt sich ein, dass ich eine ganz lange Zeit "weg" war. Fern vom Buddhismus. Dabei liegt die Lödung doch so nahe und man erkennt sie, wenn, ja wenn man meditiert. Allerdings habe ich auch gelesen, dass es völlig normal ist, sich zu Anfang auch eine Zeit lang zu distanzieren um dann voller Reue wieder zurückzukehren.
Nun sitze ich hier, mit meiner neuen Erkenntnis, trinke einen Tee und habe mir sogar zwei Kerzen angezündet. Mein Geist ist wieder klar oder zumindest viel klarer als noch vor wenigen Tagen. Ich verstehe nun, wieso die Nonnen und Mönche sich täglich in der Praxis üben, da man sonst doch zu schnell, zu einem leidvollen Leben zurückkehrt. Es fasziniert mich, wie einfach man aber doch den Pfad wiederfindet, wenn man ihn denn sucht und das kann man nur über die Meditation. Ich bin nahezu berauscht, welch Klarheit sich einstellt, wenn man den scheinbar doch oft so einfach erscheinenden, sich aber so schwierig erweisenden Weg der Meditation geht.
Eigentlich ist es doch einfach, man setzt sich hin und meditiert, 2 mal am Tag. Aber man tut es nicht! Trotz besseren Wissens meint man, auch ohne ganz gut klar zu kommen. Das stimmt jedoch nicht aber man weiß es erst dann, wenn man wieder meditiert.
Buddha gebe mir die Erleuchtung es Erinnerns an die tägliche Praxis.
Nun sitze ich hier, mit meiner neuen Erkenntnis, trinke einen Tee und habe mir sogar zwei Kerzen angezündet. Mein Geist ist wieder klar oder zumindest viel klarer als noch vor wenigen Tagen. Ich verstehe nun, wieso die Nonnen und Mönche sich täglich in der Praxis üben, da man sonst doch zu schnell, zu einem leidvollen Leben zurückkehrt. Es fasziniert mich, wie einfach man aber doch den Pfad wiederfindet, wenn man ihn denn sucht und das kann man nur über die Meditation. Ich bin nahezu berauscht, welch Klarheit sich einstellt, wenn man den scheinbar doch oft so einfach erscheinenden, sich aber so schwierig erweisenden Weg der Meditation geht.
Eigentlich ist es doch einfach, man setzt sich hin und meditiert, 2 mal am Tag. Aber man tut es nicht! Trotz besseren Wissens meint man, auch ohne ganz gut klar zu kommen. Das stimmt jedoch nicht aber man weiß es erst dann, wenn man wieder meditiert.
Buddha gebe mir die Erleuchtung es Erinnerns an die tägliche Praxis.
Mittwoch, 27. April 2011
Oh jeee ....
Hallo Ihr Lieben,
bin seit Wochen im Stress und ziehe nun auch noch um. Deshalb konnte ich nichts mehr schreiben, selbst das Meditieren konnte ich nur noch sporadisch ausüben, was mir nicht gerade hilft. Aber in Kürze sollte alles geschafft sein, dann werde ich versuchen, wieder regelmäßig zu schreiben.
Euer Buddhy
bin seit Wochen im Stress und ziehe nun auch noch um. Deshalb konnte ich nichts mehr schreiben, selbst das Meditieren konnte ich nur noch sporadisch ausüben, was mir nicht gerade hilft. Aber in Kürze sollte alles geschafft sein, dann werde ich versuchen, wieder regelmäßig zu schreiben.
Euer Buddhy
Dienstag, 11. Januar 2011
Der ganz persönliche Buddhismus ...
Die meisten Menschen, die sich, noch ganz jungfräuchlich, für den Buddhismus interessieren, versuchen diesen durch eine Art "Anleitung" zu erörtern. Wie werde ich Buddhist, was muss ich als Buddhist tun, usw. Auch mir ging es nicht anders aber ich begreife immer mehr, dass ein jeder für sich selbst, einen ganz persönlichen, buddhistischen Weg gehen wird. Müssen, muss man nämlich gar nicht. Buddha selbst hat gefordert, dass jeder, jede seiner Lehren hinterfragt, sie prüft und einschätzt und nur, wenn er mit dem gelehrten einverstanden ist, danach praktiziert. Er hat immer wieder betont, dass er auch nur ein Mensch ist, kein Gott oder gottgleiches Wesen, dass es anzubeten gilt und dessen Worte man ungeprüft annimmt.
Wenn man sich, einmal auf dem eigenen Weg zum Buddhismus schreitend, mit den verschiedenen Glaubensrichtungen befasst, wird man feststellen, dass es manche gibt, mit ganz strickten Regeln und Vorstellungen, die ich persönlich einengend finde. Andere widerum sind absolut im Hier und Jetzt unserer Zeit angekommen, wie z.B. den Weg, den Thich Nhat Hanh vorlebt. Ich interpretiere den Buddhismus als einen formbaren Glauben, der zwangsläufig zu mehr Meschlichkeit und Harmonie führt, der sich den eigenen Lebensumständen anpasst und ganz ohne einen Gott auskommt.
Wenn man sich, einmal auf dem eigenen Weg zum Buddhismus schreitend, mit den verschiedenen Glaubensrichtungen befasst, wird man feststellen, dass es manche gibt, mit ganz strickten Regeln und Vorstellungen, die ich persönlich einengend finde. Andere widerum sind absolut im Hier und Jetzt unserer Zeit angekommen, wie z.B. den Weg, den Thich Nhat Hanh vorlebt. Ich interpretiere den Buddhismus als einen formbaren Glauben, der zwangsläufig zu mehr Meschlichkeit und Harmonie führt, der sich den eigenen Lebensumständen anpasst und ganz ohne einen Gott auskommt.
Montag, 10. Januar 2011
Ich war endlich wieder in meiner Sangha!
Ich hätte nicht gedacht, dass mir die gemeinsamen Abende in meiner Sangha (so nennt man die buddhistische Gemeinde) so fehlen würden. Wie ich schon geschrieben hatte, bin ich, bedingt durch das zuletzt bescheidene Wetter, 3 Wochen nicht zu meiner Sangha gekommen. Als das Wetter dann endlich besser wurde, fiel das Sanghatreffen aus :-( Dann waren es schon vier Wochen! Es ist schon was anderes, in der Gemeinschaft zu meditieren und sich auszutauschen. Die Treffen mit der gemeinsamen Meditation heben mich auf ein ganz anderes Level der Ruhe. Ich kann nicht beurteilen, wie es in anderen Sanghas zugeht aber ich kann es jedem nur empfehlen, sich einmal umzuhören, ob es in der Nähe eine Sangha gibt.
Meine Buchempfehlungen / Bücher zum Thema Buddhismus
Ich hatte es ja schon angekündigt, Euch ein paar Bücher vorzustellen, die mir sehr geholfen haben und die ich auch sehr interessant fand. Ich habe alle Bücher persönlich gelesen, empfehle also nicht blind irgendetwas :-)
Mit diesem Buch hat alles bei mir begonnen. Auch wenn es kein Buch direkt zum Thema Buddhismus ist, so geht aus auch hier darum, in der Gegenwart zu leben.
Ein weiteres Buch, dass mich dann dem Buddhismus deutlich näher brachte:
Dieses Buch kann ich jedem empfehlen. Es ist sehr, sehr gut geschrieben. Der Autor verbringt 10 Tage in einem indischen Meditationszentrum. 10 Tage Schweigen und bis auf wenige Pausen, wird den gesamten Tag meditiert. Hochinteressant!
Dieses Buch lehrt Euch, im Hier und Jetzt zu leben. Ein Muß!
Hier eine sehr gute, verständliche Einführung in den Buddhismus.
Dazu gleich passend, die richtige Meditationsanleitung:
Mit diesem Buch hat alles bei mir begonnen. Auch wenn es kein Buch direkt zum Thema Buddhismus ist, so geht aus auch hier darum, in der Gegenwart zu leben.
Ein weiteres Buch, dass mich dann dem Buddhismus deutlich näher brachte:
Dieses Buch kann ich jedem empfehlen. Es ist sehr, sehr gut geschrieben. Der Autor verbringt 10 Tage in einem indischen Meditationszentrum. 10 Tage Schweigen und bis auf wenige Pausen, wird den gesamten Tag meditiert. Hochinteressant!
Dieses Buch lehrt Euch, im Hier und Jetzt zu leben. Ein Muß!
Hier eine sehr gute, verständliche Einführung in den Buddhismus.
Dazu gleich passend, die richtige Meditationsanleitung:
Freitag, 31. Dezember 2010
Gefühle einer Meditation
Ich gelange so langsam an den Punkt, an dem ich erkenne, wann ich tief in die Meditation eingetaucht bin. Es läßt sich schwer in Worte fassen, wie sich eine "geglückte Meditation" anfühlt. Es ist ein Hinabtauchen in die innere Ruhe, ein Schweben auf einer Wolke, die jedoch fest mit der Erde verwurzelt ist. Vielleicht kennt Ihr das, wenn Ihr morgens aufwacht, nicht etwa durch den Wecker geweckt, sondern sanft dem Schlaf entweicht, die Augen noch geschlossen aber der Geist ist wach und bemerkt die wohlige Wärme des Bettes, die totale Entspannung. Ich finde dieser Zustand beschreibt in etwa die innere Ruhe, die bei einer Meditation entritt, wenn man es schafft, die Gedanken zum Schweigen zu bringen und das ist eine unfassbar große Herausforderung. Ich habe über Retreats in Indien gelesen, bei denen 10 Stunden am Tag meditiert wird. Gerade wenn man ungeübt ist, kann man sich kaum vorstellen, auch nur 30 Minuten still auszuharren, denn die Gedanken kreisen pausenlos und es gelingt selten, sie beiseite zu schieben. Man ist sich selbst und seiner Gedankenwelt ausgeliefert und das konzentrierte und bewußte Atmen fällt schwer. Da muss man eben durch. Wenn es dann aber gelingt, saugt man wie ein Schwamm, neue Energie auf. Man fühlt sich sofort nach der Meditation regeneriert, ausgeglichen und zufrieden. Eine Tankstelle der Zufriedenheit.
Donnerstag, 23. Dezember 2010
Viel positive Resonanz
Als ich diesen Blog gestartet hatte, habe ich erstmal Mal gar nicht damit gerechnet, dass ihn jemand liest. Ich wollte einfach meine Gedanken niederschreiben und hatte die Hoffnung, anderen damit zu helfen. Zunächst hatte ich nur meiner Familie und ein paar Freunden, vorsichtig erzählt, dass mein Leben sich geändert hat und ich zum Buddhismus gekommen bin. Verblüfft erfuhr ich, dass meine Schwägerin tatsächlich ein Fan meines Blogs geworden ist und diesen regelmäßig liest (liebe Grüße von hieraus :-) ). Aber nicht nur sie liest diesen Blog regelmäßig, sondern mittlerweile noch viele andere Menschen, die ich nicht persönlich kenne. Das freut mich besonders, denn es zeigt, dass bei vielen der Zeitpunkt des Umdenkens gekommen ist. So hatte ich jetzt im 2. Monat schon über 300 Besucher auf meinem Blog. Ich hoffe, ich konnte und kann mit meinen Ausführungen allen ein wenig helfen, die sich neu mit dem Buddhismus befassen. Ich würde mir wünschen, dass jeder vielleicht zu meinen Postings einen Kommentar hinterlässt, der etwas dazu zu sagen hat. Schreibt also, was Euch auf dem Herzen liegt, den auch mit Euren Kommentaren kann man anderen Menschen helfen.
Liebe Grüße
Euer Buddhy
Liebe Grüße
Euer Buddhy
Mittwoch, 22. Dezember 2010
Nach der Meditation ist vor der Meditation
In den letzten Tagen hatte ich, bedingt durch das Schneechaos und sonstigen Trubel, leider wenig Zeit, mich um den Blog zu kümmern. Mir ist jetzt vor allen Dingen klar geworden, wie wichtig doch die Meditation ist. Ich versuche täglich 1-2 Mal zu meditieren, meist 10-20 Minuten. Einmal in der Woche treffe ich mich ja mit meiner Sangha (das Wort für die buddhistische Gemeinde). Dort meditieren wir zu Anfang gemeinsam ca. 30-40 Minuten. In den letzten zwei Wochen fiel es mir schwer, mich zu fokussieren, es kehrte eine innere Unruhe ein, die ich eigentlich so nur vor meiner buddhistischen Praxis kannte, konnte mir aber nicht erklären, warum! Mittlerweile, nach der Zugrückgewinnung meiner buddhistischen Gelassenheit, wie ich das immer nenne, habe ich den Grund gefunden. Wie schon oben erwähnt und wohl jedem selbst aufgefallen, hat ja der Schnee ganz Deutschland lahm gelegt und ich konnte nun schon zwei Wochen hintereinander nicht an den Treffen teilnehmen. Aber genau diese intensive Meditation von 30-40 Minuten bringt mir persönlich, wie es aussieht, sehr viel. Auch hatte ich meine allgemeine, tägliche Meditation außer Acht gelassen und dies führt unweigerlich wieder zu innerer Unruhe. Zwar werde ich (komme, was wolle :-) ) morgen erst wieder an dem Treffen teilnehmen, ich habe jedoch extrem darauf geachtet, mindestens morgens einmal zu meditieren. Es hat nur ein, zwei Tage gedauert und ich wurde wieder ruhiger!
Was macht man genau in der Meditation?
Ich selbst bin hier auch noch nicht zu 100% firm und habe mir häufig die Frage gestellt, ob ich denn richtig meditiere aber der Erfolg gibt mir aktuell recht. Zunächst beginne ich nur auf meinen Atem zu achten, um meinen Geist ruhig werden zu lassen. Wenn ich merke, dass ich ruhig und konzentriert bin, lasse ich einfach die Gedanken kommen, betrachte diese und wenn es Probleme sind, suche ich nach der Ursache. Es ist erstaunlich, wie klar man oft den wahren Kern eines Problems in der Meditation erkennt und hat man erstmal diesen erkannt, ist eine Lösung nicht weit. Manchmal sitze ich auch einfach nur da und versuche, so wenig wie möglich Gedanken zuzulassen, schiebe sie, wenn sie auftauchen, sanft beiseite. Einfach ruhig, verweile ich so und tanke Ruhe und Kraft. Ich merke immer nach einer Meditation, dass ich viel mehr Energie als vorher verspüre. Es gibt einige Studien über die Meditation, die wirklich erstaunliche Erkenntnisse zu Tage bringen, so ist der Geist eines regelmäßig Meditierenden wacher und kreativer.
Ich werde bald mal ein paar Bücherempfehlungen veröffentlichen, die mir sehr geholfen haben, das große Ganze etwas mehr zu verstehen.
Was macht man genau in der Meditation?
Ich selbst bin hier auch noch nicht zu 100% firm und habe mir häufig die Frage gestellt, ob ich denn richtig meditiere aber der Erfolg gibt mir aktuell recht. Zunächst beginne ich nur auf meinen Atem zu achten, um meinen Geist ruhig werden zu lassen. Wenn ich merke, dass ich ruhig und konzentriert bin, lasse ich einfach die Gedanken kommen, betrachte diese und wenn es Probleme sind, suche ich nach der Ursache. Es ist erstaunlich, wie klar man oft den wahren Kern eines Problems in der Meditation erkennt und hat man erstmal diesen erkannt, ist eine Lösung nicht weit. Manchmal sitze ich auch einfach nur da und versuche, so wenig wie möglich Gedanken zuzulassen, schiebe sie, wenn sie auftauchen, sanft beiseite. Einfach ruhig, verweile ich so und tanke Ruhe und Kraft. Ich merke immer nach einer Meditation, dass ich viel mehr Energie als vorher verspüre. Es gibt einige Studien über die Meditation, die wirklich erstaunliche Erkenntnisse zu Tage bringen, so ist der Geist eines regelmäßig Meditierenden wacher und kreativer.
Ich werde bald mal ein paar Bücherempfehlungen veröffentlichen, die mir sehr geholfen haben, das große Ganze etwas mehr zu verstehen.
Dienstag, 14. Dezember 2010
Nichts ist beständig und "et kütt wie et kütt"
Ob die Kölner meiner Geburtsstadt bei dem Spruch "et kütt wie et kütt", also "es kommt, wie es kommt", buddhistisch beeinflußt waren? Wohl kaum :-) Und doch ist es so. Wenn man lernt zu akzeptieren, dass nichts im Leben (in aller Regel) Bestand hat und sich alles immer und ständig im Wandel befindet, lernt man, nicht an Dingen anzuhaften. Die Anhaftung wird im Buddhismus als ein Weg zum Leid gesehen. Wir neigen dazu, Dinge die wir uns z.B. hart erarbeitet haben, nicht mehr hergeben zu wollen. Sie haben für uns einen sehr hohen Wert, den wir um alles in der Welt schützen wollen. Dadurch leiden wir aber häufig. Wenn ich mir eine tolle Uhr kaufe, dann erfüllt sie mich vielleicht mit Stolz, ich trage sie gerne, weil sie mir gefällt, es freut mich, wenn andere mich darauf ansprechen, ich fühle mich gut mit ihr. Sind die Zeiten schlecht, werde ich sie vielleicht verkaufen müssen. Viele Menschen zögern solche Dinge bis zum Letzten hinaus. Die Trennung von liebgewordenen Gegenständen tut weh, erzeugt Leid, da man vielleicht lange dafür sparen musste. Wenn man aber in dem Moment, in dem man sich etwas tolles leisten kann, einfach nur zufrieden ist, dass es aktuell so ist und den Gegenstand, sei es ein Auto, ein Schmuckstück etc. von Anfang an als etwas sieht, dass dem ständigen Wandel unterliegt und vielleicht auch bald schon wieder weg sein kann, so leidet man später nicht. Heute da, schön! Morgen weg? Auch ok.
Da kommen wir dann wieder zum Punkt: Im Hier und Jetzt zu leben! Zu genießen was man heute hat, sich darüber freuen, es auskosten ... es könnte morgen schon weg sein und wenn es nichts Existenzielles ist, dann nicht dem nachtrauern, was nicht zu halten war. "Et kütt wie et kütt" uuuunnnd .... der Kölner würde noch hinzufügen: "Et hätt noch immer jotjejange!"
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